Gründung eines bundesweiten Netzwerks von Betroffenen für Betroffene
von sexualisierter Gewalt in Kindheit und Jugend

Gründung eines bundesweiten Netzwerks von Betroffenen für Betroffene
von sexualisierter Gewalt in Kindheit und Jugend

Gründung eines bundesweiten Netzwerks von Betroffenen für Betroffene
von sexualisierter Gewalt in Kindheit und Jugend

Gründung eines bundesweiten Netzwerks von Betroffenen für Betroffene von sexualisierter Gewalt in Kindheit und Jugend

Gründung eines bundesweiten Netzwerks von Betroffenen für Betroffene von sexualisierter Gewalt in Kindheit und Jugend

Wer sind wir?

Infos zur Kerngruppe

Die Kerngruppe entwickelt die maßgeblichen Umsetzungsschritte zur Gründung des Netzwerkes in einem Beteiligungsprozess und in enger Abstimmung mit dem Träger. Verpflichtend ist dabei die Einbindung weiterer Akteur*innen durch einen Aufruf und in Diskussions- und Austauschgruppen, um die Umsetzungsschritte zur Gründung des Netzwerkes auf breiter Basis und fußend auf der vielfältigen Expertise Betroffener zu konkretisieren.

Das heißt konkret: Im weiteren Verlauf des Planungsprozesses führt die Kerngruppe mit Unterstützung des Trägers die Ergebnisse aus den Rückmeldungen und den Austauschgruppen zusammen. Ziel ist es, bis zu einem Fachtag im November 2023 einen Konzeptentwurf für das Netzwerk zu entwickeln. Während des gesamten Prozesses wird regelmäßig über eine Webseite und einen Newsletter transparent informiert. Die Ergebnisse werden allen Beteiligten im Rahmen des Fachtages präsentiert. Im Anschluss daran finalisiert die Kerngruppe das Konzept.

Mitglieder der Kerngruppe

Beate Kriechel, Ingo Fock, Ava Anna Johannson, Renate Bühn, Tamara Luding, Sabine Weber

Profile der Mitglieder der Kerngruppe

Beate Kriechel, Jg. 1971, ein erwachsener Sohn, arbeitet seit 2008 als freiberufliche Autorin und Pressereferentin, u.a. mehr als 13 Jahre für die international tätige Menschen- und Frauenrechtsorganisation „medica mondiale“, die sich gegen sexualisierte Kriegsgewalt einsetzt. Außerdem ist sie in Teilzeit als Mediaberaterin in einem Verlag tätig. Mit ihrem ersten Buch „Für immer traumatisiert? Leben nach sexuellem Missbrauch in der Kindheit“ (2019) wirkt sie stigmatisierenden Opferbildern entgegen. Seit einigen Jahren meldet sie sich als (Erfahrungs-)Expertin vermehrt öffentlich in den Sozialen Medien, bei Interviews, Lesungen, Podiumsdiskussionen etc. zu Wort. Sie engagiert sich gesellschaftspolitisch in unterschiedlichen Gremien, wie z.B. der „Diskurswerksatt Tatort Familie“ der Aufarbeitungskommission der Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM), der Novellierung des Landesaktionsplans Hessen zum Schutz von Kindern vor sexualisierter Gewalt. Seit Anfang 2022 ist sie Vorstandsmitglied der Kölner Fachberatungsstelle „Zartbitter e.V.“ 

Ava Anna Johannson, Jg. 1968, zwei erwachsene Kinder, Dipl. Pädagogin, Kunsttherapeutin und EX-IN-Genesungsbegleiterin. Sie arbeitet als EX-IN-Mitarbeiterin in der Sozialpsychiatrie und als freiberufliche Referentin. Darüber hinaus engagiert sie sich als Vorstandsfrau der Aktionsgemeinschaft Handlungsplan – Netzwerk SH, einer sozialpolitischen Selbstvertretung für Menschen mit psychischen Erkrankungen. Ein anderer Schwerpunkt liegt in der Netzwerkarbeit mit Betroffenen von sexuellem Missbrauch in Schleswig-Holstein mit dem Ziel einer strukturell fest verankerten landesweiten politischen Interessenvertretung. Außerdem gab es aktive Beteiligungen an Veranstaltungen des Betroffenenrates der Unabhängigen Beauftragten für  Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM) und der Aufarbeitungskommission, sowie Mitarbeit in partizipativen Forschungsprojekten.

Renate Bühn, Jg. 1962, feministische Aktivistin, Künstlerin, Dipl. Sozialpädagogin, seit 1986 aktiv zum Thema sexualisierte Gewalt, u.a. Mitgründerin von Wildwasser Darmstadt e.V. Seit 2015 Mitglied im Betroffenenrat bei der UBSKM und seit 2017 im Nationalen Rat gegen sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen. Ich engagiere mich seit Jahrzehnten, um Forderungen und Anliegen der Betroffenen in den politischen Diskurs und in die Öffentlichkeit zu tragen. Dabei ist Vernetzung und Stärkung von Beteiligungsstrukturen von Betroffenen für mich ein wesentlicher Baustein: u.a. Mitorganisation der beiden MitSprache-Kongresse 2016 und 2018, Initiierung und Begleitung des Betroffenenbeirats Istanbul Konvention im Land Bremen, brave movement (internationales Betroffenennetzwerk): Projektorganisation einer Großflächen-Plakat-Kampagne „sexuelle Gewalt gegen Kinder stoppen“ in 20 Städten im Sommer 2022 / www.renatebuehn.de

Ingo Fock, Jg. 1963, gründete 2003 den Verein gegen-missbrauch e.V. und ist seitdem erster Vorsitzender des Vereins. Von 2012 bis 2019 war er Mitglied im Fachbeirat des Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs und Co-Sprecher der Konzeptgruppen OEG/Soziales Entschädigungsrecht und digitale Medien. Weiterhin war er u.a. bei der  Kommission zur Prävention von sexuellem Missbrauch von Kindern und Jugendlichen des Landes Niedersachsen und in der Novellierung des hessischen Landesaktionsplans zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexualisierter Gewalt als Erfahrungsexperte involviert. Er ist Betroffener von sexuellem Missbrauch im sozialen Nahfeld und von sexueller Ausbeutung auf dem damaligen Kinderstrich am Berliner Bahnhof Zoo. Die damals angefertigten Bildaufnahmen sind heute noch im Internet vorhanden. Schwerpunkte seiner Arbeit sind u.a. das soziale Entschädigungsrecht, digitale Medien und pädokriminelle Netzwerke.

Tamara Luding, Jg. 1977, Gründerin und Vorsitzende des Vereins Schutzhöhle in Hof, Kinderkrankenschwester, Erzieherin, Traumapädagogin, hat die Bundeskoordierungstelle der spezialisierten Fachberatungsstellen mitinitiiert und aufgebaut, arbeitet in der BKSF als Referentin für den Bereich Vernetzung, Auf- und Ausbau spezialisierter Fachberatung. Mitglied im Betroffenenrat, Mitglied im Nationalen Rat, koordiniert die Männer*beratung Oberfranken, die sich an erwachsene Männer* richtet, die in Kindheit und Jugend sexualisierte Gewalt erlebt haben und ist seit vielen Jahren als freie Dozentin zum Thema sexualisierte Gewalt in Kindheit und Jugend im ganzen Bundesgebiet aktiv.

Sabine Weber, Jg. 1967, HP (Psych), Traumafachberaterin (DeGPT), Sozialpädagogin (BA), gründete 2012 die Ausstiegsberatung und -begleitung im Trauma-Hilfe-Zentrum e.V. München. Seit 2014 gibt sie Seminare und hält Vorträge zum Thema organisierte sexualisierte und rituelle Gewalt. 2019 Mitveranstalterin des 1. Münchner Fachtags „Einstieg in den Ausstieg“. 2019 Eröffnung eines „Auszeithauses“ für Betroffene von ORG, seit 2019 Mitarbeiterin beim Hilfe-Telefon berta. 2022 Mitautorin des Leitfadens ‚Organisierte sexualisierte und rituelle Gewalt – SUPPORT - Ein Leitfaden für den Ausstieg‘.

Infos zum Träger

Träger während der Planungsphase zur Gründung des Netzwerkes „aus-unserer-sicht“ ist der Verein N.I.N.A. e. V., der sich bereits seit Jahrzehnten auf vielen verschiedenen Ebenen dafür einsetzt, die Situation Betroffener und den Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexualisierter Gewalt zu verbessern.

Nach der Gründungsphase soll das Netzwerk eigenständig und losgelöst von N.I.N.A. e. V. als Träger agieren. Bis dahin begleitet N.I.N.A. e. V. gemeinsam mit der Kerngruppe den Planungs- und Beteiligungsprozess und stellt dafür die eigene Erfahrung sowie die Strukturen als Verein zur Verfügung.

Mitwirkende des Trägers: Namen und Kurzprofile

Silke Noack, Jahrgang 1959, arbeitet seit 1989 zum Thema sexualisierte Gewalt, 2005 Gründung von N.I.N.A. e. V., seit 2014 Leitung vom Hilfe-Telefon Sexueller Missbrauch, Beirat in der medizinischen Kinderschutzhotline, Mitglied im Nationalen Rat.

Jörg Schuh, Jahrgang 1967, arbeitet seit 2019 bei N.I.N.A. e. V. u.a. am Hilfe-Telefon. Von 2010 bis 2021 Mitarbeit bei Tauwetter e. V. - Anlaufstelle für Männer*, die in Kindheit/Jugend sexualisierte Gewalt erlebt haben. Sozialpädagoge (FH) und traumazentrierter Fachberater.

Koordination N.I.N.A. e. V. und Kerngruppe.

Lynn Waschulewski, Jahrgang 1997, arbeitet seit Juni 2022 bei N.I.N.A. e. V. als Referentin der Geschäftsführung, abgeschlossenes duales Studium der Betriebwirtschaftslehre mit der Ausbildung zur Medienkauffrau beim Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag.

Ansprechpartnerin rund um die Verwaltung (Finanzen, Personalangelegenheiten, Sonstiges).

Weitere Mitglieder des Auswahlgremiums

Barbara David, geboren 1961, als Betroffene von innerfamiliärer sexualisierter Gewalt hat sie sich früh beruflich für das Thema sexualisierte Gewalt in Kindheit und Jugend engagiert. So hat sie 1988 in Hannover den feministischen Verein Violetta - gegen sexuellen Missbrauch an Mädchen und jungen Frauen mitgegründet und gemeinsam mit anderen Frauen die Fachberatungsstelle Violetta aufgebaut, in der sie seit einigen Jahren als Geschäftsführerin tätig ist. Barbara David hat die Bundeskoordinierung spezialisierter Fachberatungsstellen (BKSF) mitinitiiert und aufgebaut. Sie freut sich sehr, jetzt bei „aus-unserer-sicht" mitwirken zu können, denn es ist an der Zeit, dass die Expertise noch stärker sichtbar wird und gesellschaftliche und politische Prozesse mitgestaltet und mitbestimmt.

Katharina Kracht, geboren 1973, Lehrerin, engagiert sich seit 2015 für die verbesserte Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt in der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD). Sie war Mitglied des Betroffenenbeirats bei der EKD bis dieser von der Kirche „ausgesetzt" wurde.
Sie setzt sich in verschiedenen Kontexten für verbesserte Präventions-, Interventions- und Aufarbeitungsprozesse sowie für Kinderschutz und Partizipation von Kindern und Jugendlichen ein. Sie ist Mitglied im Verbundbeirat der ForuM-Studie, die sexualisierte Gewalt in der der evangelischen Kirche und der Diakonie wissenschaftlich aufarbeitet, und berät in enger Absprache mit anderen Betroffenen ein Forschungsteam der Universität Osnabrück, das Missbrauchsfälle im Bistum Osnabrück untersucht.

Harald Wiester, geboren 1966, Dipl. Verw. Wiss.,  widerfuhr 1981/82 sexualisierte Gewalt im frühen Jugendalter bei den Pfadfindern. Er engagiert sich im Vorstand des Vereins gegen sexualisierte Gewalt Kassel (Trägerverein der Fachberatungsstelle faX) und arbeitet in der Geschäftsstelle der Bundeskoordinierung Spezialisierter Fachberatung gegen sexualisierte Gewalt in Kindheit und Jugend (BKSF). Er beteiligt sich am Novellierungsprozess des Hessischen Landesaktionsplans zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexualisierter Gewalt.
Harald Wiester war Mitglied im Beirat für Aufarbeitung des Vereins Christlicher Pfadfinder (VCP) und für ein halbes Jahr im Betroffenenbeirat der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD). Aus den kirchlich und verbandlich organisierten Prozessen zur Aufarbeitung hat er sich im Frühjahr 2022 zurückgezogen. Er war 2021/22 in der Fokusgruppe des Forschungsprojektes Wege zu mehr Gerechtigkeit nach sexueller Gewalt in Kindheit und Jugend und ist im Beirat des Projektes Elternschaft nach sexueller Gewalt in Kindheit und Jugend des Forschungsinstituts SoFFI F. Er begleitet als Betroffener das Teilprojekt Evangelische Spezifika: Kirche und Gesellschaft der ForuM-Studie.

 

Infos zur Förderung

Der Gründungprozess wird finanziell gefördert von der Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM).
Die UBSKM ist das Amt der Bundesregierung für die Anliegen von Betroffenen und deren Angehörige und für alle, die sich gegen sexuelle Gewalt engagieren.