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Newsletter August

In diesem Newsletter laden wir euch zur Teilnahme an unserer aktuellen Umfrage der Projektgruppe Forschung ein, geben euch Einblicke in die Ergebnisse aus den letzten Austauschformaten zu den Themen „Arbeit trotz schwerer Traumatisierung“ und „Leitlinien für Selbsthilfegruppen“ und teilen Hinweise aus unserem Netzwerk, darunter eine Petition und eine Filmrechercheanfrage.

Einladung zur Teilnahme an einer Online-Umfrage „Mehr Betroffene in Forschung“

Die Projektgruppe Forschung von aus-unserer-sicht e.V. führt derzeit eine Online-Studie zur Beteiligung von Betroffenen in der Forschung durch.
Worum geht es in der Umfrage? Wer kann mitmachen und warum ist eine Umfrage dazu wichtig? Hier geht es zu mehr Infos und zur Umfrage

Ergebnisse aus den Austauschformaten

Veranstaltung: Arbeit trotz schwerer Traumatisierung – Teilhabe am Arbeitsleben
In diesem Austauschformat haben Teilnehmende offen über die langfristigen Folgen von Traumatisierungen gesprochen und wie sehr sie sich im Alltag, im Hilfesystem und auch im Arbeitsleben damit auseinandersetzen müssen. Viele berichteten, dass die Teilnahme am Arbeitsleben mit Symptomen wie zum Beispiel Flashbacks, Dissoziationen, Schlafstörungen oder Erschöpfung sehr viel Energie fordern, oft auf Kosten anderer Lebensbereiche.

Die Ergebnisse zeigen, dass fehlendes Wissen und Unverständnis in der Gesellschaft weiterhin ein großes Problem darstellt. Viele Betroffene erfahren Stigmatisierung, wenn sie über Traumatisierungen sprechen oder Unterstützung suchen. Auch Hilfesysteme sind oft nicht ausreichend traumasensibel und bieten selten stabilisierende Begleitung; stattdessen bindet es viele Kapazitäten von Betroffenen, passende Hilfe zu finden und Anträge zu stellen. Sie wechseln auch häufig von einer Übergangslösung zur nächsten. Schutz und Sicherheit sind deshalb essenziell. Teilnehmende betonten, wie wichtig verlässliche Strukturen und Ansprechpersonen sind, um Heilung und Teilhabe zu ermöglichen. Ebenso wurde deutlich, dass gesellschaftliche Erwartungen an „volle Erwerbsfähigkeit“ kaum mit den Einschränkungen durch Traumafolgen vereinbar sind. Dennoch besteht ein starkes Bedürfnis nach sinnstiftender Arbeit, Anerkennung und Mitgestaltung.

Auf Grundlage dieses Formats wird gerade ein Fragebogen zu Trauma und Arbeitsleben entwickelt. Er soll Erfahrungen und Bedarfe breiter erfassen und sichtbarer machen. Im nächsten Newsletter wird der Fragebogen vorgestellt. Wir freuen uns schon jetzt auf eure Antworten, um die Ergebnisse noch fundierter zu gestalten. 

Veranstaltung: Leitlinien für Selbsthilfegruppen – Entwicklung gemeinsamer Grundlagen
Zum Thema „Leitlinien für Selbsthilfegruppen (SHG)“ fanden im Juli und August drei Austauschtreffen zwischen SHG-Leitenden, -Teilnehmenden und Interessierten statt. Ziel des Treffens war neben dem Austausch undKennenlernen das Bündeln der bereits gemachten Erfahrungen in Form von Empfehlungen für Selbsthilfegruppen, die zum Thema sexualisierter Gewalt in Kindheit und Jugend arbeiten. Die Leitlinien sollen baldmöglichst veröffentlichent werden. Mehr Infos dazu finden Sie hier

Externe Hinweise*

Bundeslagebild „Sexualdelikte zum Nachteil von Kindern und Jugendlichen 2024“ vorgestellt
Das neue Bundeslagebild zeigt: Sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche bleibt auf hohem Niveau, besonders im digitalen Raum nehmen die Risiken weiter zu. UBSKM Kerstin Claus fordert klare politische Vorgaben, sichere Endgeräte und echte Safe Spaces im Netz. Mehr Infos und die Pressemitteilung findet ihr hier.

Petition eines Mitglieds unseres Netzwerks für „Ruheräume in Innenstädten“ unterstützenEmily, ein aktives Mitglied unseres Netzwerkes, hat eine Petition gestartet, die die Einrichtung von öffentlichen Ruheräumen in Innenstädten vorsieht. Diese Räume sollen allen Menschen zur Verfügung stehen, vor allem neurodivergenten Personen, traumatisierten Menschen und allen, die mitten im Alltag einen Moment der Ruhe benötigen. Sie könnten gemütlich eingerichtet, mit klaren Regeln ausgestaltet und idealerweise von einer Fachkraft begleitet sein. Emily unterstreicht, dass solche Rückzugsräume Teilhabe ermöglichen und unendlich dazu beitragen würden, den Alltag in der Innenstadt psychisch gesund zu bewältigen. Sie selbst setzt sich gerade modellhaft für einen solchen Raum in Mainz ein. Die Petition könnt ihr hier  unterstützen. 
Und an dieser Stelle findet ihr ein Erklärvideo.


Betroffenenexpertise für Recherchegespräche zu einem Kinospielfilm gesucht
Für den Spielfilm ZUHAUSE WIRD ES NICHT MEHR GEBEN suchen Vivien Hartmann (Regisseurin & Autorin) und Bianca Laschalt (Produzentin & Autorin) Menschen, die in ihrer Kindheit oder Jugend sexuelle Gewalt durch ein Geschwisterkind erlebt haben, sowie Angehörige, die ihre Perspektive teilen möchten.Der Film erzählt von einer gefeierten Gourmet-Köchin, deren Leben zusammenbricht, als sie erfährt, dass ihr Sohn ihre Tochter sexuell missbraucht. Zwischen Schuld, Überforderung und Liebe sucht sie nach Verantwortung, Verstehen und einem Weg zur Wiederannäherung.Eine der beiden Autorinnen und die Regisseurin des Films hat sexuelle Gewalt in der eigenen Verwandtschaft erlebt. Für sie ist dieser Film ein persönlicher Versuch, das Schweigen zu durchbrechen und anderen Mut zu machen. Weitere Projektinfos findet ihr hier.
Die Gespräche erfolgen in der Form, in der ihr euch am sichersten fühlt – anonym per Fragebogen, Sprachnachricht, telefonisch, per Zoom oder persönlich in Leipzig oder Berlin. Eine Aufzeichnung erfolgt ausschließlich mit eurer Zustimmung und ist nur für interne Zwecke bestimmt. Die Fimemacher*innen danken euch für euer Vertrauen. Jede Rückmeldung, auch Fragen oder Anmerkungen, sind sehr willkommen.

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