Mit dem Newsletter im April 2024 haben wir interessierte Betroffene von sexualisierter Gewalt in Kindheit und Jugend eingeladen, in einer Umfrage bis zum 10.05.24 zu priorisieren, zu welchen Schwerpunktthemen sie in einer Arbeitsgruppe mitwirken wollen. 142 Personen haben an der Umfrage teilgenommen. Herzlichen Dank noch einmal für die zahlreiche Teilnahme damals. Die Ergebnisse der Umfrage finden Sie hier: Umfrage Arbeitsgruppen 2024.
Sechs Arbeitsgruppen zu Schwerpunktthemen, die hoch priorisiert wurden trafen sich von Juni/Juli 2024 bis Dezember 2024. Hinzu kamen die AG Inklusion/Diversity (als Querschnittsthema) und die AG Webportal, deren Ergebnis diese Webseite ist. In regelmäßigen, digitalen, von Betroffenen moderierten Arbeitsgruppen wurden Wissen, Erfahrungen und Forderungen zu den Schwerpunktthemen Politische Interessenvertretung, Forschung, Tatort Familie, Glaubhaftigkeitsbegutachtung, Hilfesystem und Soziales Entschädigungsrecht sowie zum Thema Inklusion/Diversity als Querschnittsthema zusammengetragen und gemeinsam ausformuliert.
Erste Ergebnisse aus den Arbeitsgruppen wurden auf dem Fachtag 2024 vorgestellt und mit weiteren Betroffenen und Unterstützer*innen diskutiert.
Dokumentationen 2024
Die vorliegenden Dokumentationen zeigen eindrücklich die Vernetzungsarbeit aus dem Jahr 2024. Die Inhalte sind Grundlage für unsere weitere, politische Arbeit. Bei allen AG-Aktiven bedanken wir uns herzlich!
Das Netzwerk aus-unserer-sicht e.V. soll eine politische Interessenvertretung von
und für Betroffene sein. Es soll die Lobby der Betroffenen stärken und das Thema
sexualisierte Gewalt in Kindheit und Jugend in den politischen und gesellschaftlichen
Fokus rücken. Das Netzwerk soll die Anliegen von Betroffenen bündeln und sich für
deren Umsetzung einsetzen. Ziel der AG 2024 war es, zu erarbeiten, wie dies vorangebracht
werden kann und welche konkreten nächsten Schritte dazu notwendig sind.
Diese Arbeitsgruppe wurde durch Renate Bühn, Sabine Altheim und Melanie
moderiert und begleitet. DANKE!
aus-unserer-sicht e.V. soll dazu beitragen, dass sich die Situation im Hilfesystem zu Gunsten der Betroffenen verändert. Wo hakt es, wo sind Lücken in der Versorgung und Unterstützung von Betroffenen? Wie können wir für mehr und qualitativ bessere psychosoziale Versorgung und Therapieangebote sorgen? Wie kann der Zugang zu Leistungen nach dem SGB erleichtert werden? Ziel dieser AG war es, den bereits zu diesen u.a. Fragen in 2023 begonnenen Austausch weiterführen und erste Gedanken beim Fachtag 2024 vorzustellen.
Diese Arbeitsgruppe wurde durch Maria und Karla B. moderiert und begleitet. DANKE!
Während durch Aufdeckungs- und Aufarbeitungsprozesse zunehmend Institutionen in den Blick und unter Druck geraten und sich ihrem Versagen und aktiven Täter_innenschutz stellen müssen, muss endlich auch der Tatort, an dem Mädchen* und Jungen* in hohem Ausmaß sexualisierte Gewalt erleben, die Familie und das familiäre Umfeld, vertiefend in den Blick genommen werden. Was bedeutet das Recht auf Aufarbeitung für den Tatkontext Familie? Wie können Angehörige in die Verantwortung genommen werden? Was braucht es dazu an gesellschaftlicher Unterstützung und Haltung? Diese und andere Fragen wurden in der AG vertieft.
Diese Arbeitsgruppe wurde durch Renate Bühn, Ziriah Voigt und Katrin moderiert und begleitet. DANKE!
Interdisziplinäre Partizipative Forschung sollte vorangebracht werden, bei der Betroffene aus verschiedenen Tatkontexten im gesamten Forschungsprozess Mitforschende auf Augenhöhe sind, die mitentscheiden und mitgestalten können. Mehr Forschung im Bereich OsRG und von Betroffenen gesetzten Themenschwerpunkten.
Ziel der AG war es, einen Austausch für Betroffene zu schaffen, die bereits in Forschungs- bzw. Aufarbeitungsprozessen eingebunden sind, bzw. Module zur Qualifizierung/ zum Empowerment dazu zu entwickeln.
Diese Arbeitsgruppe wurde durch MariaAndrea und Martin moderiert und begleitet. DANKE!
Mehrfach wurde betont, dass sich eine kontinuierliche Austauschgruppe im Netzwerk mit der Praxis der Aussagepsychologie in Glaubwürdigkeitsbegutachtungen annehmen sollte. Ziel der AG war es, diesbezüglich die Missstände aus der Praxis in den unterschiedlichen Verfahren und die öffentlichen Angriffe um die Glaubwürdigkeit Betroffener aus dem OsRG-Kontext aufzugreifen, um als Netzwerk aus-unserer-sicht e.V. faktenbasiert und gut strukturiert gegenzusteuern. Darüber hinaus sollen Ergebnisse aus der AG in politische Prozesse einfließen (z.B. über die Vertretung von aus-unserer-sicht e.V. im Fachbeirat Soziale Entschädigung).
Diese Arbeitsgruppe wurde durch Beate Kriechel und Maria moderiert und begleitet. DANKE!
Die Praxis im Sozialen Entschädigungsrecht (SER) sollte in dieser AG im Mittelpunkt stehen, um Missstände aufzuzeigen und für Betroffene das Antragsverfahren zu verbessern. Z.B. sollte das gesamte Verfahren beim SER für Betroffene kostenfrei sein, da gerade bei Ablehnungsbescheiden für viele Antragsteller*innen ein Widerspruchsverfahren mit rechtlicher Unterstützung sonst nicht leistbar ist. Darüber hinaus sollen Ergebnisse aus der AG in politische Prozesse einfließen (z.B. über die Vertretung von aus-unserer-sicht e.V. im Fachbeirat Soziale Entschädigung).
Diese Arbeitsgruppe wurde von Ingo Fock und Jörg Schuh moderiert und begleitet. DANKE!
aus-unserer-sicht e.V. hat den Anspruch der Partizipation aller Betroffener, die in Kindheit und Jugend sexualisierter Gewalt erlebt haben und die Ziele des Netzwerks teilen. Dafür müssen insbesondere barrierearme und, wo das gelingt, barrierefreie Zugänge geschaffen und die systematische Benachteiligung von Menschen (Rassismus, Queerfeindlichkeit, u. a.) vermieden werden. Wie kann es gelingen möglichst alle Menschen unter Berücksichtigung ihrer Teilnahmevoraussetzungen zu erreichen? Wie können Menschen mit ihren Unterstützungsbedarfen alle Prozesse partizipativ mitgestalten, die sie mitgestalten wollen. Ziel der AG war es, diese und andere Fragen zu konkretisieren und auf das Netzwerk zugeschnittene Angebote und Formate zu entwickeln.
Diese Arbeitsgruppe wurde durch Larissa Bischoff und Nour Chamas moderiert und begleitet. DANKE!