Gebärdensprache
„aus-unserer-sicht“
Grundlegende Ziele des bundesweiten Netzwerkes von Betroffenen für Betroffene von sexualisierter Gewalt in Kindheit und Jugend:
- Ziel der Netzwerkgründung ist es, Betroffene aus unterschiedlichen (Tat-) Kontexten und mit unterschiedlichen Lebenswirklichkeiten von Beginn an einzubinden. Tatkontexte sind häufig die Familie und andere Vertrauenspersonen im sozialen Nahbereich von Kindern und Jugendlichen – wie z.B. im Internat, in der Schule, in Sportvereinen, Heimen, Kirchen, DDR, im Rahmen von organisierter sexualisierter und ritueller Gewalt, u.a.
- Das Netzwerk soll regionale, nationale und internationale Vernetzung und das Empowerment Betroffener fördern. Dazu sollen Austausch- und Aktionsformate wie zum Beispiel bundesweite Kongresse, Fachtage zu wechselnden Schwerpunktthemen, Dialoggespräche und regionale Aktionen unterschiedlichster Art und Zielsetzung organisiert und durchgeführt werden.
- Betroffenen sollen Beteiligungs- und Handlungsspielräume ermöglicht werden, wie zum Beispielin der Forschung und Aufarbeitung.
- Das Netzwerk soll fachliche Unterstützung bei Selbsthilfe-Aktivitäten bieten.
- Das Netzwerk hat eine eigene Webseite „www.aus-unserer-sicht.de“ und informiert dort über aktuelle Entwicklungen sowie auf Social-Media-Kanälen und mit einem Newsletter.
Wer kann mitmachen?
An wen richtet sich der Aufruf zur Beteiligung?
- Betroffene aus unterschiedlichen Tatkontexten und unterschiedlichen Alters.
- Auch junge Menschen ab 16 Jahre können mitmachen. z.B. ist eine Gruppe mit Beteiligung betroffener junger Menschen geplant. Aber auch alte und ältere Menschen sind eingeladen, sich zu beteiligen.
- Betroffene mit unterschiedlichen Lebenswirklichkeiten; u.a. mit Beeinträchtigung, mit Mehrfachdiskriminierung, Intersektionalität, etc. Besondere Bedarfe versuchen wir dabei nach Möglichkeit zu berücksichtigen.
Grundsätzliches
Wir fühlen uns den Menschenrechten verpflichtet und erwarten einen respektvollen, achtsamen und wertschätzenden Umgang miteinander. Wir sind nicht weltanschaulich gebunden und grenzen uns von menschenfeindlichen Einstellungen ab. Wir geben keinen Raum für rassistische, sexistische, trans- und homofeindliche, antisemitische, u.a. diskriminierende Haltungen. Wir behalten uns vor, Personen, die sich gegen die aufgeführten Aspekte verhalten, auch aus laufenden Prozessen und Veranstaltungen auszuschließen.
Täter*innen von sexualisierten Übergriffen sind von der Mitarbeit ausgeschlossen.
NICHT gemeint sind damit Personen, von denen im Tatkontext, in dem sie Opfer gewesen sind, gleichzeitig auch Täterschaft gefordert wurde.
Am 11.01.2023 startete die Planungsphase für die Gründung des Netzwerks
Partizipation sollte von Anfang an das Herzstück des Netzwerks sein.
Das Netzwerk ist gedacht als eine bundesweite Plattform und öffentliche Stimme von Betroffenen für Betroffene von sexualisierter Gewalt in Kindheit und Jugend.
Betroffene von sexualisierter Gewalt in Kindheit und Jugend haben ein vielfältiges Erfahrungs- und Expert*innenwissen. Dieses Wissen wird bisher jedoch noch nicht ausreichend genutzt.
Das Netzwerk soll das Wissen von Betroffenen in die gesellschaftlichen und politischen Prozesse einbringen. Die Beteiligung von Betroffenen in allen gesellschaftlichen Bereichen trägt wesentlich zu einem gesellschaftlichen Wandel und zu einer Kultur des Hinsehens und Handelns bei.
Wir wünschen uns, dass viele Betroffene von sexualisierter Gewalt in Kindheit und Jugend mitmachen! Ihre Gedanken und Ideen sind wichtig!
Planungsphase und Gründungsprozess 2023
In der Planungsphase wurden die genannten Aufgaben, Ziele, Strukturen und die zeitliche Priorisierung des Netzwerkes gemeinsam konkretisiert und erarbeitet.
Den Aufruf dazu gab es auch in Einfacher Sprache und DGS.
Maßgeblich geleitet wurde die Planungsphase durch eine Kerngruppe, die sich aus langjährig sozial engagierten Betroffenen zusammengesetz hat. Träger der Planungsphase war der Verein N.I.N.A., der sich bereits seit Jahrzehnten auf vielen verschiedenen Ebenen dafür einsetzt, die Situation Betroffener und den Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexualisierter Gewalt zu verbessern.